Warum gerade Paraguay?

Ja warum nur? Diese Frage wurde mir am zweithäufigsten gestellt. Die Antwort bleibe ich jetzt mal fürs Erste schuldig und komme zu der mir am häufigsten gestellten Frage:

Ja und was willst du dann machen?

Was ich machen wollte? Keine Ahnung. Aber darum ging es auch nicht. Es ging in erster Linie darum, dass ich nicht mehr arbeiten wollte. Und zwar arbeiten im Sinne von einem Job zu verrichten, Geld zu verdienen und das Jahr in Urlaub und Arbeit zu unterteilen. Nicht weil ich meine Arbeit nicht mochte, sondern weil mich das ganze Drumherum so ankotzte, dass ich das mit dem Aufhören auch durchzog.
Ich hatte keine Lust mehr, dieses „Spiel“ in Deutschland weiterhin mitzuspielen. Diese Gängelei durch Vorschriften und Zwangsgelder, Steuerprüfungen mit „Pauschalverdächtigungen“, DSGVO, IHK, GEZ usw… Und als Schmankerl bekommst du für dein Erspartes 0% Zinsen. Bingo. Wobei das nur ein geringer Teil der Gründe ist, kurz gesagt: Ich wollte weg aus Deutschland und vorallem der EU.

Ich bin nicht weggegangen, um dann hier in Paraguay „was zu machen“. Nach Paraguay geht man nicht um zu arbeiten. Wenn du keine Kohle hast, dann bleib zuhause. Egal ob Paraguay oder Mallorca.
Wie überall auf der Welt bekommst du hier nichts geschenkt. Milch, Brot und Fleisch gibt es auch nur gegen Bares.
Ich bin hierher gekommen, um ein entspanntes und gemütliches Leben zu führen.
Radfahren, Angeln, Gartenarbeiten inclusive…

Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, weshalb mich die meisten Menschen mit denen ich über unsere Auswanderung sprach fragten: Was willst du denn dann machen?
Ich glaube ich hätte das früher auch spontan gefragt, wenn mir mein Freund seine Auswanderung offenbart hätte. Weil irgendwie steckst du so in diesem System drin, mit Arbeit, Rente mit 65 oder 67, Urlaubsplanung, Ostern, Weihnachten etc… Du hangelst dich von Festivität zu Festivität, Geburtstag zu Geburtstag, Urlaub zu Urlaub usw., dann in einem lichten Moment ein kurzes Aufschrecken:
„Wie, du wirst schon 50? Wo ist die Zeit bloß hin?“
Oder dann halt wie in userem Fall die Auswanderung mit 54: „Ja was willst du denn dann machen!?!“