Ein Schweinetag…

Ihr wisst ja, bis vor zur Hauptstraße sind es ca. 600m. Von dort biegst du links ab in Richtung Guarambaré, fährst bis zum Adolfo und da biegst du rechts ab. Dieser Pflasterstraße folgst du ungefähr 1 km dann kommt rechter Hand eine kleine Bodega. Dahinter wohnt eine sehr nette paraguayische Familie. Die verkaufen Eier, queso paraguay (eine Art Frischkäse) und manchmal auch sopa paraguaya (schmeckt sowas von gut…). Die hatten auch zwei Ferkelchen aufgezogen, die wurden letzten Samstag geschlachtet. Wir hatten ein halbes Schweinchen reserviert, wer weiß wann die nächste Gelegenheit um die Ecke schaut. Eine der Nachbarinnen auf der Granja reservierte die andere Hälfte des Schweins und so holten wir am Samstag um 11 das Fleisch ab.

Zwei Hälften à 15 kg ohne Kopf und ohne Schwanz. Abgepackt in je einer schwarzen Tüte, nur die beiden Füße schauten raus, da die zusammengebunden waren. Sah echt toll aus dieses halbe Schwein da auf dem Tisch. Alleine schon die Vorstellung: Schöne Schwarte, das wird Schmalz, der schöne Hinterschinken und die vordere Keule, irgendwo muss auch ein Filet sein und Koteletts… Stellte sich eigentlich nur noch das Problem des Zerlegens. Ich zögerte nicht und meldete mich freiwillig. Den hinteren Schinken abgetrennt, die vordere Keule abgetrennt, oben das Filet extrahiert, die „vermeintlichen“ Koteletts entfernt, den Bauchlappen von den Rippen gezogen, das bißchen Hals abgeschnitten, dann bleiben da nur noch jede Menge Rippen übrig. Ich hatte mich zweimal geschnitten, aber einen Heidenspaß. Fachmännische Kommentare der umstehenden Schaulustigen blieben aus. Häme gab es auch keine. Das Ergebnis war meines Erachtens -sowie auch der Umstehenden – ganz ordentlich. Der Erfolg wurde mit einem Schlachtbier begossen. Dabei wurde spontan beschlossen, die Rippen des Ferkels im Tatakua (traditioneller paraguayischer Ofen, gemauert, sieht aus wie ein kleiner Pizzaofen) zu braten. Gesagt getan. Dieser Ofen muss genau wie früher die Öfen im Backhäusle mit Holz angefeuert werden. Dann wird er ausgekehrt, die Rippen kommen mit einem Stück Schwarte hinein und garen dann eine Stunde. Was soll ich sagen…. nur gut. Eine wahre Freude für jeden Fleischliebhaber. Dazu gabs noch Salat und jede Menge Bier. So wie es sich gehört, hier in Paraguay.