Betonkopf

Also ich muss euch sagen, so entspannt war ich selten in meinem Leben. Vor allem so lange am Stück! Also nicht nur ein, zwei Tage wie früher vielleicht am Wochenende sondern so richtig permanent, dauerhaft.

Gestern hat doch tatsächlich das Wetter umgeschlagen und ein schöner „Landregen“ hat für ein paar Stunden eingesetzt. Heute und morgen soll es so weitergehen, sagen die da im Radio von der Wettervorhersage. Wäre dann das zweite Mal seitdem ich hier bin, dass es 3 Tage am Stück bzw. hintereinander regnet. Nötig ist es allemal, laut Auskunft der Paraguayer war es die letzten 2 Jahre extrem trocken.
Ich nutze solche Tage um meinen Bildbestand zu sortieren und auf dem NAS zusammenzuführen. X Datensicherungen von Smartphones, eingescannte Dias, WhatsApp Bilder, Bilder vom Tablet, Screenshots usw. machen die Sache nicht einfach. Dazu Duplikate und jede Menge „Schrott“, also unscharf, 135 mal das gleiche Motiv und einfach nur langweilige, nichtssagende Bilder.
Bei meinen Radbildern fiel mir gestern eine Gegebenheit aus den Anfängen meines Radfahrerlebens ein. In Leingarten da fing alles an. Über die Sommermonate waren Mittwochs am Abend und Samstags am Nachmittag die gemeinsamen Ausfahrten. Es gab drei Gruppen und jede hatte ihren Führer. Dieser bestimmte auch die Route die an diesem Tag gefahren wurde.
Ich erinnere mich an eine Ausfahrt im Hochsommer. Es war heiss. Für den Spätnachmittag war ein Wetterwechsel angesagt mit Blitz und Regen. Ihr kennt das ja da kommt nicht nur ein lokales Gewitter, sondern eine komplette Front mit Wetterwechsel und Wind und kalt und aus Westen. Von Leingarten aus gesehen aus Richtung Frankreich.
Am Treffpunkt zur Abfahrt war in der Ferne der Wetterwechsel zu erahnen. Unser Führer stellte seine Route vor, die uns in den Murrhardter Wald führen sollte. Richtung Osten. Ich intervenierte vorsichtig, hielt das für keine gute Idee. Ich fände es besser dem schlechten Wetter entgegen zu fahren, dann könnten wir, wenn es losgeht, umdrehen und sogar mit Rückenwind zurück fahren.
Ich wurde nicht erhört.
Ich fuhr damals dann mit. Ich war neu im Verein und wollte keine dicken Backen machen. Natürlich wurde die Rückfahrt sehr unangenehm.
Bei späteren Ausfahrten fielen ab und zu ähnliche Entscheidungen die meinerseits nicht immer nachvollziehbar waren. Dann fuhr ich halt in einer anderen Gruppe mit.