Marmorkuchen

Marmorkuchen

Der Bäcker, vorne an der Straße, hat das hundsgewöhnliche, paraguayische Standardsortiment an Brot und Brötchen. Nichts was uns verwöhnete extranjeros aus den Socken haut. Aber sein Marmorkuchen war saugut.

Genau.
War.
Liegt nicht an geänderten Geschmacksknospen meinerseits, nein. Die Qualität hat einfach nachgelassen. Am offensichtlichsten daran zu erkennen, dass der Marmorkuchen so gut wie kein Marmor mehr hat, sprich, der braune, schokoladige Anteil geht gegen null Prozent.
Ich denke mal, er kämpft wie so viele gegen die immens gestigenen Rohstoffpreise. Und da wohl mehrere Preiserhöhungen und Portionsverkleinerungen nicht ausreichten um das abzufangen, wird an den Zutaten gespart. Und Kakao ist teuer. Leider sieht man da halt auch gleich, dass was fehlt.

Nun aus diesem Grund kam mir die Idee mal selbst einen Marmorkuchen zu basteln. Habe ich übrigens noch nie zubereitet. Ich habe zwar des öfteren gerne mal ein Stück Rührkuchen gegessen zum Kaffee, vor allem nach den Radrennen, doch das Zubereiten war irgendwie nicht so mein Ding.
Also das Marmorkuchenrezept von Dr. Oetker als Vorlage genommen und den Kuchen zubereitet.
Das Ergebnis optisch ansprechend, der Geruch süßlichfettig.
Also in meinen Augen ist das schon heftig, 300 g Fett, 280 g Zucker, 5 Eier und nur knapp 370 g Mehl.
Da musst du verdammt viel Radfahren um die Kalorien wieder los zu werden.

Schön auskühlen lassen, frischen Kaffee aufgebrüht und dazu dann den Marmorkuchen.

Leider, leider wurde aus der Vorfreude Frust. Was der Duft schon andeutete, nämlich dieses leicht fette, war herauszuschmecken. Irgendwas lief schief. Oder aber, meine Vermutung, diese Margarine schmeckt vor. Sie riecht frisch, leicht buttrig und ging auch gut zu verarbeiten. Aber das Endprodukt ist nicht wirklich genießbar.

Der wunderbare Kaffee fand den Weg auch ohne Kuchen in den Magen.
Und der Kuchen flog in hohem Bogen in den Wald…
Die restliche Margarine in den Müll.