Schieb, schieb

arco iris

Jetzt hat es sich ausgeschoben. Nix mehr mit vor sich herschieben. Geht sowieso nicht mehr, denn ich habe es endlich hinter mich gebracht.

Bevor ich Deutschland verließ, konsultierte ich nochmals einen Augenarzt um mich einer kompletten Augeninspektion mitsamt Sehtest für eine neue Brille zu unterziehen. War soweit alles in Ordnung, der Weg frei für eine neue Brille.

Einer meiner letzten Jobs vor meiner Auswanderung führte mich nochmals zur Fa. Rodenstock in Regen. Dort dann erfuhr ich so nebenbei, dass die Optikerkette Apollo die Brillengläser von Rodenstock im Sortiment hat. Und dass momentan eine Aktion lief, alle Gläser zum halben Preis. Wer mal eine Brille mit Markengläsern gekauft hat, der weiß dass wir hier nicht nur von 50 Euronen reden.
Ja, so kam ich zu meiner Brille mit Rodenstockgläsern.

Aber ach. Das Ding hielt hier kein halbes Jahr. Die Gläser waren in kürzester Zeit dermaßen zerkratzt, als wären sie mit Schleifpapier geputzt worden. Nicht mehr zu gebrauchen.
Zum Glück hatte ich meine „Alte“ auch noch mit eingepackt. Die war zwar auch schon ziemlich ramponiert, aber längst nicht so zerkratzt wie die Neue. Allerdings stimmte da die Stärke einfach nicht mehr.
Die letzten eineinhalb Jahre schlappte ich dann einfach ohne Brille durchs Leben. Nee, nicht ganz. Tagsüber zum Autofahren setzte ich meine Sonnenbrille (nutzte ich zum Radfahren) auf. Nachts dann ohne Brille.
Eine zerkratzte Brille nachts, geht gar nicht. Kannste gleich die Augen zumachen.

Letzte Donnerstag nachmittag hatte ich meinen Termin beim Augenarzt. Sehtest war angesagt. Absolut professionell. Da ich keine Gleitsichtbrille mehr wollte, stellte er mir 2 Rezepte aus. Einmal Lesebrille, einmal für alles andere…

Der Optiker war um die Ecke. Ich suchte mir ein einfaches Gestell für die Lesebrille mit einfachen Gläsern aus. Für die andere Brille wurde ich auch fündig und gönnte mir die besten Gläser die es gab.

„Morgen, kannste die Brillen abholen“ sagte die Verkäuferin. Ich dachte ich hätte mich verhört.
„Morgen?“
„Morgen!“

Ne, sagte ich. Ich fahr morgen nicht schon wieder nach San Lorenzo. Ich komme nächste Woche mal vorbei.